Vom 3. – 7. Juni 2015 findet in Stuttgart der Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem Motto „damit wir klug werden“ statt. Grund genug für einen wütenden, kritischen Kommentar, meint die Redaktion.

„Damit wir klug werden“ – Warum unterstellt die EKD den Christinnen und Christen in Deutschland eine pauschalisierte Dummheit? Warum sollen wir klug werden? Sind wir das nicht schon? Ein Blick auf die vergangene Pisa-Studie beweist: Tatsächlich schneiden wir im internationalen Vergleich bei weitem nicht mit Bestnote ab, jedoch gleich 23,4 Millionen Menschen für dumm zu verkaufen, geht zu weit. Was fällt Ihnen ein, hoher Rat der EKD, hohe Synode, uns einfach so abzustempeln? Habt ihr vielleicht schon einmal daran gedacht, das Problem von der Wurzel an anzugehen und die Ursachen zu bekämpfen?! Wie wäre es zum Beispiel damit, während des Religionsunterrichtes einfach mal die Basics, die in der Schulbildung scheinbar vernachlässigt werden, aufzugreifen und diese Unterrichtszeit zur Nachhilfe durch eine*n Religionslehrer*in zu nutzen? Schülerinnen und Schülern also an Stelle von Ethisch-moralischen und christlichen Grundwerten einfach Grundrechenarten, Rechtschreibung und Grammatik beizubringen? Reflektiertes Handeln wird ja schließlich in der heutigen Gesellschaft völlig überbewertet. Also ehrlich, EKD, auf diese Idee hättet ihr auch selbst kommen können. Bei so vielen studierten Theologinnen, Theologen und gebildeten Menschen kann man von ein wenig Ideenreichtum ausgehen. Ach, wie sehnen wir uns zurück nach der Zeit, in der Kultusaufgaben noch einzig in kirchlicher Hand lagen.
Schwerpunkte konnten durch geistliche festgelegt werden, die das absolute, allumfassende Wissen besaßen, nicht so wie heute, dass jeder, der nach 12 bis 13 Jahren Schule abgeht und sich dann noch irgendsoeinem Hochschulstudium widmet, in dem völlig verschobene Inhalte vermittelt werden. Soetwas wie Evolution, Urknall, Toleranz, Demokratie und der Gleichen. Ganz ehrlich: Wer braucht das schon?! Wäre es nicht viel sinnvoller, zurückzukehren zu dem, was Kirche ja schließlich ausmacht?! Also zur absoluten Schöpfungsgeschichte, Nächstenliebe und Kreuzzüge bei der Verachtung von allem, was anders denkt?!
Unseren Kindern wird in staatlichen Bildungseinrichtungen eine verschobene, völlig fehlerhafte Welt gelehrt. Wir prangern das an. Es ist höchste Zeit, endlich wieder, und da sind wir mit dem Papst auf der gleichen Wellenlänge, Rohrstock für Störenfriede, Schläge für Kinder – egal was sie ausgefressen haben -, Kreuzzüge gegen andersdenkende und Steinigung für alle Homosexuelle einzuführen. Nur so können wir Zucht und Ordnung in die Kirche bringen. Nur so können wir klug werden.
Wir hoffen auf eine erkenntnisreiche Zeit der blauen Flecke in Stuttgart zum Kirchentag und sind gespannt, was Sie sich vorstellen, um unsere Dummheit zu überwinden und uns Intelligenz einzubläuen, auch wenn wir noch rätseln, wie wir die Anreise ohne einen vernüftigen Bahnhof, wie er mit Stuttgart 21 geplant war, organisieren sollen.
In diesem Sinne: Werden Sie endlich schlau und bleiben Sie fromm!

Ihre Kirchentagsredaktion

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